Burnout: Verlauf

Der Verlauf eines Burnout unterscheidet sich zwar individuell, jedoch lässt er sich in Phasen einteilen, die in allen Fällen durchlaufen werden. Sie müssen nicht voneinander abgegrenzt und auch nicht zwingend alle durchlaufen werden. Entwickelt wurde das Konzept von Herbert Freudenberger, einem deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker.

  (Feuer gefangen)
Stufe 1:
In dieser Phase ist beim Betroffenen ein gesteigertes Engagement festzustellen. Er stellt hohe Ansprüche an sich selbst und seine Arbeit. Um diese erfüllen zu können, stellt er seine Bedürfnisse immer mehr zurück. Ein Anzeichen kann hier auch der erhöhte Schlafbedarf sein, den man wegen seinem großen Einsatz für seine Arbeit hat. Werden die hoch gesteckten Ziele erreicht, kann sich diese Phase über einen sehr langen Zeitraum hinziehen, da seine Aufopferung mit Erfolg belohnt wird.


(Überengagement)
Stufe 2:
Das Überengagement der ersten Stufe lässt hier bereits stark nach. Der Betroffene kann auf Dauer nicht die hohen Ansprüche an sich selbst erfüllen und fühlt sich deswegen frustriert. Er distanziert sich innerllich zunehmend von seiner Arbeit und sieht sie im Gegensatz zur vorigen Stufe nur noch als Pflicht, die Arbeitshaltung lässt sich durch die bekannte Floskel "Dienst nach Vorschrift" beschreiben. Durch die emotionale Abstumpfung, die hier beginnt, kann man in dieser Stufe bereits erste Auswirkungen auf das Privatleben feststellen.


 (Übergriff auf das Privatleben)
Stufe 3:
Beim Nachdenken, wieso die anfänglichen Anstrengungen nicht mit Erfolg belohnt wurden, werden die Ursachen entweder bei sich selbst oder bei den Kollegen und/oder Vorgesetzten gesucht. Sieht man sich selbst als Ursache, kann eine depressive Stimmung die Folge sein. Wird den Kollegen die Schuld zugewiesen, kann das zu Aggressivität und einer dauerhaft gereizten Stimmung führen.
Markant für diese Stufe ist auch ein Gefühl der inneren Leere, das schwindende Selbstwertgefühl, das mit der Angst zusammenhängt, seiner Arbeit nicht mehr gewachsen zu sein.


Stufe 4:
Diese Stufe ist geprägt vom Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, während sich vorher die Auswirkungen im Verhalten und den Emotionen des Betroffenen gezeigt haben. Neben Konzentrationsschwächen hat er unter dem Verlust seiner Motivation und seiner Kreativität zu leiden. Durch diesen Verlust können komplexe Aufgaben nicht mehr erledigt werden, man kann sich nicht mehr an neue Situationen anpassen und die Entscheidungsfähigkeit geht verloren. Da es ein Gefühl von Sicherheit geben kann, sich auf Routinen zu beschränken, entsteht eine Abneigung gegen jegliche Veränderungen.


 (Depression, Motivationsverlust)
Stufe 5:
Die emotionale Abstumpfung, die bereits in Stufe 2 beginnt, endet nun in einer völligen Gleichgültigkeit. Diese Stufe wirkt sich hauptsächlich und in hohem Maß auf das Privatleben aus. Wegen Desinteresse werden Hobbys aufgegeben, dem Freundeskreis und sogar der eigenen Familie wird nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. Der Betroffene beginnt, zu vereinsamen.


Stufe 6:
In dieser Stufe kommt es zu psychosomatischen Beschwerden. Der desaströse geistige Zustand des Betroffenen manifestiert sich also auch körperlich. Das Immunsystem wird geschwächt, was häufige Krankheitsfälle zur Folge hat. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magengeschwüre sowie Schlaflosigkeit und/oder Albträume treten in vielen Fällen auf.



 (Aggression gegenüber Klienten)
Stufe 7:
Die letzte Stufe und damit das Endstadium, ist geprägt von Verzweiflung. Der Betroffene sieht keinen Sinn mehr in seinen Tätigkeiten und seinem Leben. Er verliert die Hoffnung und die Aussicht, dass sich an seinem Zustand jemals wieder etwas verbessern wird. Wird hier keine professionelle Hilfe hinzu gezogen, kommt es zu Gewalt, entweder gegen andere oder, wegen der empfunden Sinnlosigkeit des eigenen Lebens, gegen sich selbst, was in einem Suizidversuch gipfeln kann.
 ("Burned out")



Quelle:
Vgl.: www.susanne-heck-coaching.de/burnout.php

Zeichnungen: Lea Reddig