Sportler Malewitsch

Cyberbullying

In der heutigen Zeit sind elektronische Medien wie das Handy, der  Computer oder das Internet nicht mehr wegzudenken. Gerade bei Jugendlichen gehören diese Geräte zum Tagesablauf dazu.
Jedoch verbergen sich hinter diesem alltäglichen Umgang mit dem Internet oder auch dem Handy einige Gefahren.
Denn Mobbing oder Bullying gibt es nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Privaten.
Das sogenannte Cybermobbing oder auch Cyberbullying ist die neueste Form des Mobbing und geht weit über die bisher bekannten Formen hinaus. Gerade durch die Weiterentwicklung von Technologien, hat sich auch das Mobbing weiterentwickelt.

Was ist Cyberbullying?
Cyberbullying eine Variante vom Bullying.
Bullying ist eine spezifische Form aggressiven Verhaltens, dass „dauerhafte, über einen längeren Zeitraum währende Angriffe auf ein wehrloses Opfer" (Scheithauer et al., 2003, S. 13) beschreibt.
Der große Unterschied, der sich dabei jedoch hervortut, ist der, dass Cyberbullying bis in den privaten Bereich einer Person eindringt. Denn durch Sms oder E-Mails im Internet, ist kein Raum abgegrenzt, in dem sich auch Rückzugsmöglichkeiten für das Opfer bieten. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Anonymität des Täters wesentlich größer ist. Gerade das Internet bietet sehr viele Möglichkeiten, um anonym zu bleiben, was es natürlich für Bullies (Täter) einfacher macht.

Wie äußert sich Cyberbullying?
Cyberbullying enthält dieselben Kernelemente wie Mobbing auch. „Traditionell werden drei Formen des Bullying unterschieden: physisches, verbales und relationales Bullying“ (1)
Physisches: schlagen, treten, schubsen
Verbales: beleidigen, beschimpfen, bedrohen
Relationales: Verbreitung von Gerüchten, Ausschluss von sozialen Aktivitäten

Beim Cyberbullying kommen allerdings nur das verbale und relationale Bullying vor. Durch die entsprechenden Medien wie das Handy oder das Internet ist der Bully (Täter) in der Lage, anonym sein Opfer zu belästigen. Dabei unterscheiden Smith u.a. verschiedene Formen des Bullying:

  • "Bullying durch Textnachrichten (z.B. Versenden von anstößigen SMS)
  • Bullying durch das Versenden von Foto oder Videofilmen (die mit Handykamera aufgenommen und per Handy oder über das Internet verbreitet werden)
  • Bullying durch Telefonanrufe (vor allem über Handys)
  • Bullying via E-Mail
  • Bullying via Chatroom
  • Bullying durch Instant Messenger (z.B. durch das Versenden von anstößigen, verletzenden oder bedrohlichen Nachrichten)
  • Bullying auf Webseiten (oft speziell dafür gemacht, einer bestimmten Person oder Gruppe Schaden zuzufügen" (2)

Typisch Opfer- Typisch Täter?!
Opfer von Cyberbullying kann prinzipiell jeder werden. Weder für Opfer noch für Täter gibt es typische Merkmale, daher spielen Aussehen, Alter, Geschlecht oder Herkunft nur eine geringe Rolle. Auffällig ist, dass viele Cyberbullying-Opfer das Gymnasium besuchen. Auch wenn durch die genutzten Medien, der Täter oftmals anonym erscheint, kennen die meisten Opfer ihre Täter. Von diesen Cyberbullying-Tätern sind laut einer Befragung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ca. 70% männlich.

Quellen:
(1) http://www.dguv.de/de/Pr%C3%A4vention/Themen-A-Z/Gewalt-und-Mobbing-in-der-Arbeitswelt/index.jsp  (7,46 MB)
(2) Smith, P. K., Mahdavi, J., Carvalho, M. & Tippett, N. (2006). An investigation into cyberbullying, its forms, awareness and impact, and the relationship between age and gender in cyberbulling. Zitiert aus:Specht, Tamara: Vernetzt, verletzt? Cyberbullying unter Jugendlichen in Deutschland, Masterarbeit zur Erlangung des Grades Master of Arts (M.A.) an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultätder Universität Augsburg, München, 19. Februar 2010

Bildquelle:
Malewitsch, Kasimir 1878-1935: "Sportler", 1928/32 (Ausschnitt-Montage)

Studie

Das Institut für Medienpädagogik (JFF) hat eine neue Studie zum Thema "Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten" veröffentlicht.
"Die Teilstudie "Wo der Spaß aufhört … Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten" verfolgt das Ziel, das Konflikthandeln von Jugendlichen in zwischenmenschlichen Konflikten in Sozialen Netzwerkdiensten zu untersuchen und darauf aufbauend Ansatzpunkte für die pädagogische Arbeit zu identifizieren, um lösungsorientierte Handlungsformen in Konflikten als Teil eines souveränen Medienhandelns von Jugendlichen zu unterstützen." weiterlesen

Link zur Studie (3,6 MB)