Rechtliche Schritte

Damit man gegen Cybermobbing rechtliche Schritte einleiten kann, muss zunähst eine Rechtsverletzung vorliegen.
Genau hier liegt das Problem. Mobbing und damit auch Cybermobbing ist nicht als Rechtsverletzung in den deutschen Gesetzten normiert.
Jedoch sind einzelne Handlungen, die mit Cybermobbing einhergehen, strafbar, zum Beispiel:

  • Beleidigung § 185 StGB
  • Üble Nachrede § 186 StGB
  • Verleumdung § 187 StGB
  • Nötigung § 240 StGB
  • Bedrohung § 241 StGB
  • Erpressung § 253 StGB
  • Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes § 201 StGB
  • Verletzung des hochpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen § 201a StGB
  • Recht am eigenen Bild § 22 Kunsturhebergesetz
  • Nachstellung § 238 StGB




Rechtsdurchsetzung

Es gilt zu beachten, dass Kinder unter 14 Jahre nicht strafrechtlich belangt werden können, da sie nicht schuldfähig sind. Laut § 19 StGB sind Personen ab dem 14. Lebensjahr schuldfähig und können strafrechtlich belangt werden. Je nach Alter findet das StGB oder das JGG Anwendung.

Die strafrechtliche Verfolgung von Cybermobbing setzt einen Strafantrag voraus. Der Antrag kann nur durch die betroffene Person gestellt werden, bei den minderjährigen Opfern von Cybermobbing sind die Erziehungsberechtigten antragsberechtigt.
Dieser Antrag kann gemäß § 158 Abs. 2 StPO bei der Staatsanwaltschaft, der Polizei oder einem Gericht schriftlich innerhalb von drei Monaten gestellt werden, siehe dazu § 77 b StGB. Die Frist beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Antragsteller weiß, wer die Tat begangen hat.
Man kann den Strafantrag wieder zurücknehmen, danach jedoch keinen erneuten Strafantrag stellen, vergleiche dazu § 77 d StGB.

Für das spätere Verfahren ist es ratsam sämtliche Beweismaterialien wie SMS, E-Mails und sonstige hinterlassene Textnachrichten mit strafbarem Inhalt sorgsam zu sammeln.
Cyber-Mobbing ist in vielen Fällen eine Straftat, in schweren Fällen ist es ratsam eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Quelle:
www.lehrer-online.de/url/fall-des-monats-01-10.php

Strafgesetzbuch