Ursachen und Folgen

Dieses Phänomen wird erst seit kurzem erforscht, daher gibt es noch keine genaueren wissenschaftlichen Ergebnisse zu den Ursachen hierfür. Dennoch kommen folgende potentielle Ursachen in Frage.

Zunächst strebt der Täter Kontrolle und Beherrschung des Opfers an. Die Täter haben oftmals in der Beziehung der Eltern oder sogar selbst Gewalterfahrungen mit den Eltern erlebt. Weiterhin können Opfer oftmals nicht unterscheiden, ob das Verhalten des gewalttätigen Beziehungspartners als „normal“ einzuschätzen ist.

Mögliche  Folgen für das Opfer sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur. So sind zunächst körperliche Schäden oder auch Verletzungen wie blaue Flecken, Prellungen, Knochenbrüche, Geschlechtskrankheiten, Narben, etc. zu nennen. Auch kann eine ungewollte Schwangerschaft auftreten.

Häufig geht mit der Dating Violence auch eine psychische Verletzung einher. Sie kann sich durch mangelndes Selbstbewusstsein, Unsicherheit, Schwierigkeiten anderen zu vertrauen, Ängste, Depressionen – im schlimmsten Fall bis hin zu Suizidgedanken und sogar Tod – ausdrücken. Des Weiteren besteht die Gefahr der Wiederholung in nachfolgenden Beziehungen im Erwachsenenalter und das möglicherweise fehlende Vermögen, wieder eine gesunde, „normale“ Beziehung führen zu können.

Auch geschlechterspezifisch lassen sich Unterschiede erkennen. So treten bei Mädchen vermehrt Essstörungen auf und sie greifen häufiger zu Drogen, während Jungen mehr durch Aggressionen gegenüber anderen auffällig sind.

Dating Violence hat jedoch auch Folgen für die Täter. Diese erfahren durch ihr soziales und familiäres Umfeld meist Ablehnung, was auch zu einem Bruch führen kann. Die Täter empfinden Scham und bei ihnen besteht das Risiko, auch in späteren Beziehungen im Erwachsenenalter wieder gewalttätig zu sein.

Werden die Täter angezeigt, kommen juristische Konsequenzen aus dem Jugendstrafrecht in Betracht:

  • Weisungen (§10 JGG), z.B. an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen, sich zu bemühen, einen Ausgleich mit dem Opfer zu erreichen (z.B. durch „Täter-Opfer-Ausgleich“), sich vom Opfer fern zu halten
  • Bewährungsstrafe (§27 JGG)
  • Jugendarrest (§16 Abs.1 JGG), z.B. Freizeitarrest in einer Jugendarrestanstalt
  • Jugendstrafe (§17 Abs. 1 JGG), z.B. Freiheitsentzug in einer Jugendstrafanstalt, diese wird jedoch meist zur Bewährung ausgesetzt

 

Meistens sind weibliche Jugendliche eher unter den Opfern zu finden.

Männliche Jugendliche treten zumeist als Täter in Erscheinung, es gibt aber auch Ausnahmefälle.