Folgen

Bisher gibt es keine direkten Daten über Folgen, unter denen Opfer von Happy Slapping leiden. Jedoch kann angenommen werden, dass es sich um ähnliche Folgen handelt, wie beim Phänomen des Cyberbullyings. Auch hier werden die Opfer unter anderem durch Handys fotografiert oder gefilmt (siehe Cyberbullying).
Die Opfer stehen unter starkem psychischen Druck, da sie befürchten müssen, dass die Bilder ihrer Erniedrigung und Bloßstellung im Internet verbreitet werden, dies stellt einen massiven Eingriff in die Intimsphäre dar. Folgen können Kontrollverlust, Ängste und Isolierungstendenzen sein. (Vgl. 5)
Nach Smith und Kollegen (Smith, Mahdavi, Carvalho y Tippet, 2006) tragen die Opfer von Cyberbullying, die gefilmt oder fotografiert wurden, den größten Schaden davon. Die Gründe hierfür sind:

  • Der Übergriff ist unerwartet, dies lässt das Opfer annehmen, dass es jederzeit wieder angegriffen werden könnte.
  • Je mehr Menschen die Aufnahmen der Demütigung des Opfers sehen, desto größer ist auch die psychische Belastung des Opfers.
  • Auch die Erinnerung an das Geschehene bleibt durch die Verbreitung im Internet lange präsent. Die Bilder und Videos sind auf unabsehbare Zeit abrufbar. Somit hat die Aggression kein klares Ende und der Schmerz bei den Opfern hält dadurch länger an. (Vgl. 6)


Schauen sich Kinder und Jugendliche Happy Slapping- oder Snuff-Videos an, kann folgendes bei ihnen ausgelöst werden:

  • Verschmelzung von realer und medialer Gewalt. Bei häufigem Konsum, können Happy-Slapping-Videos als Skript oder Vorlage dienen um selbst solche Videos zu produzieren.
  • Der extreme Grad an Grausamkeit ist für Kinder und Jugendliche oft schwer zu verarbeiten. Bei Gewaltdarstellungen, die sie als realistisch empfinden, sind sie in der Regel emotional überfordert.
  • Die Bilder können Angst auslösen, die sie nicht bewältigen können und die über einen langen Zeitraum anhält.
  • Gewaltakte, die aus dem Zusammenhang gerissen werden und keinen erkennbaren Informationshintergrund aufweisen, können von Kindern und Jugendlichen nicht erklärt und somit nicht sanktioniert bzw. negativ bewertet werden.

Somit können bei regelmäßigem, langfristigem Konsum Desensibilisierungseffekte („das ist doch voll normal“) auftreten. (Vgl. 3)