Macht, Chancen und Probleme

Welche Macht und Chancen haben die User bzw. die sozialen Netzwerkgruppen?

Die Macht und die Chancen des einzelnen Users bestehen in erster Linie darin, dass dieser seine persönliche Meinung sowie Datenmaterial in sekundenschnelle hochladen kann. Somit werden beispielsweise Foto- und Videoaufnahmen von sich und anderen Menschen für millionen User sichtbar. Unter anderem kann dies für gemeinschaftliche Vorhaben wie Spendenaktionen und Demos genutzt werden. Ein aktuelles Beispiel hierfür sind die Demonstrationen und Gegenmaßnahmen der zivilen Bevölkerung gegen das Projekt Stuttgart 21, welche teilweise innerhalb der sozialen Netzwerke organisiert wurden.
Doch gerade die Macht der sozialen Netzwerkbetreiber scheint unentwegt zu wachsen. Dies spiegelt sich mitunter in der datenbezogenen Werbung wieder. Weiblichen Usern werden vorzugsweise Modeartikel, männlichen Usern Elektronikartikel angepriesen. Ferner können die Betreiber die dichte Vernetzung und die große Anzahl ihrer Mitglieder effizient für Umfragen oder Meinungsäußerungen nutzen. So führte „DER SPIEGEL“ im Sommer 2010 mit Hilfe der Internetplattform StudiVZ eine Umfrage zum Thema Allgemeinwissen durch.
Die Anbieter der sozialen Netzwerke haben die letztendliche Entscheidungsbefugnis Profile, Bilder oder Nachrichten zu löschen oder zu sperren. Sie sind somit die Besitzer und Einflussnehmer von millionen persönlichen Daten und Identitätsprofilen und haben die wohl größte Macht – die Macht der Daten.



Probleme und Gefahren

Oftmals entwickelt sich das Kommunikationsverhalten bei Facebook wie auch bei anderen Sozialen Netzwerken zu „virtuell ausgetragenen Experimenten“, indem man mit Personen kommuniziert und sich ihnen öffnet, obwohl man diese nie persönlich getroffen hat. Sensibele persönliche Daten werden so „Fremden“ zugänglich gemacht, die diese Informationen auch missbrauchen können. Abbildung 1 verdeutlicht nochmals, inwiefern Jugendlichen persönlichen Daten im Internet hinterlegen.


Abb. 1 Hinterlegte persönliche Daten im Internet 2008-2010 Quelle: Jim Studie 2010

Dadurch dass Kommentare und Pinnwand-Einträge bei Facebook öffentlich sind, besitzt jeder User das Potential jegliche Nachrichten und Information für jeden zugänglich und sichtbar zu machen. Das diese Informationen nicht immer mit der Zustimmung des Betroffenen passieren, zeigt die JIM Studie von 2010. So gaben dort 45 Prozent der jugendlichen Internetnutzer an, dass schon einmal Videos oder Fotos, ohne ihre Zustimmung online gestellt wurden. Bei 15 Prozent wurde schon einmal Falsches oder Beleidigendes im Internet verbreitet.

Ein weiteres Problem dabei ist, dass Eltern und Lehrpersonen oftmals keinen Überblick oder gar eine Vorstellung von den „Freundschaften“ und Vorgängen haben, da Sie sich in dieser virtuellen Welt nicht „bewegen“. Sie können somit keine Beschützende bzw. Kontrollierende Rolle einnehmen.

Daher ist es wichtig folgende Regeln zu beachten:

Tipps für Facebook:

  • Verhalten Sie sich als Elternteil bzw. Lehrperson zu diesem Thema interessiert, sensibel und wachsam. Fragen Sie interessiert, nicht kontrollierend nach was ihre Kinder/Jugendlichen dort machen bzw. gerade beschäftigt.
  • Eine sehr wichtige Einstellungen um die Privatsphäre bei Facebook zu schützen, finden Sie unter den "Privatsphäre-Einstellungen" ("Konto > Privatsphre-Einstellungen").
  • Wer Fotos veröffentlicht, sollte jedes Foto /Fotoalbum nur für bestimmte Personen zugänglich machen.
  • Kommentare und Pinnwand-Einträge sind auf Facebook öffentlich. Beschränken Sie sich mit einen Klick auf den "Gefällt mir" Button oder schicken Sie dem jeweiligen Empfänger eine persönliche Nachricht.
  • Bedenken Sie beim Einstellen von Informationen immer, wer diese Inhalte sehen bzw. lesen kann.



Quellen:

www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/abschied_vom_paedagogischen_schonraum_1.5475963.html

www.macwelt.de/artikel/_Ratgeber/371562/facebook_nutzen_und_gefahren/4

• Jim Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.


Gruppe: Victoria Doms, Jonathan Koontz, Tatjana Rau