Anti-Bullying – Das Präventions- und Interventionsprogramm gegen Mobbing an Schulen nach Dan Olweus

Mobbing und Gewalt an Schulen ist ein alltägliches Problem, welches schon zu früheren Zeiten bestand und dem auch heute eine große Bedeutung  zugeschrieben wird. Dan Olweus hat sich mit dem Thema Mobbing an Schulen vielfältig auseinandergesetzt und nach jahrelangen Untersuchungen, das Interventionsprogramm „Was wir gegen Gewalt tun können“ entwickelt. (Dan Olweus, S. 9) Dieses Interventionsprogramm beschreibt präventive Maßnahmen um Mobbing und Gewalt an Schulen einzuschränken oder ganz abzuwenden.
Ebenfalls will es dem Gewalttäter-/ Gewaltopfer-Problemen entgegenwirken. (vgl. ebd. S.70)


Ziele

Das Programm verfolgt mehrere unterschiedliche Ziele. „Die Hauptziele [..] sind, so weit wie möglich bestehende Gewalttäter-/Gewaltopfer-Probleme innerhalb und außerhalb der Schulumgebung zu vermindern und die Entwicklung neuer Probleme zu verhindern […]“. (Dan Olweus, S. 70) Aber auch die Vermeidung von mittelbarer (Isolation, Ausschluss aus Gruppe) und unmittelbarer Gewalt (verbale/körperliche Attacken – Grimassen, Körperkontakt, Wörter), sowie das Schaffen von Bedingungen, welche den Opfern und Gewalttätern ein besseres Zusammenleben und Zurechtkommen in der schulischen und außerschulischen Umgebung ermöglichen, gehören zu den Zielen des Interventionsprogramms. Die Herstellung einer besseren Kommunikation oder Beziehung zwischen Gleichaltrigen oder Opfern und Tätern stellt ebenfalls ein wichtiges Ziel dar. (vgl. ebd., S. 9) Gewalt in der Schule auszuschalten oder zu verhindern stellt das größte Ziel dar.


Problembewusstsein

Bevor das Programm an Schulen eingesetzt werden kann, müssen Lehrer, Eltern, Schüler und andere Beteiligte ein gewisses Problembewusstsein entwickelt haben. Sie müssen sich über das Ausmaß des Gewaltproblems an „ihrer“ Schule und zuhause im Klaren sein und einen aktiven  Handlungsbedarf für wirksam einstufen. Dementsprechend müssen sie sich auch für eine Änderung der Situation einsetzen und sich über das Betroffensein der Schule und der Kinder im Klaren sein. (vgl. Praxisnetzwerk für soziale Stadtentwicklung 2012: S. 1)


Das Interventionsprogramm

Das Interventionsprogramm „Was wir gegen Gewalt tun können“ ist ein Mehrstufenmodell und setzt sich aus der Schulebene, der Klassenebene und der persönlichen Ebene zusammen. Die Ebenen unterstützen sich  untereinander und bauen teilweise aufeinander auf. Das Interventionsprogramm besteht aus einem Lehrerbuch, einer Elternmappe, einer Videokassette und einem Fragebogen. (vgl. Dan Olweus, S. 109)


Der Gewaltfragebogen

Der Gewaltfragebogen wird vor dem eigentlichen Interventionsprogramm eingesetzt. Mit diesem erhält man einen groben Überblick und auch ausführliche Informationen über die Ausgangssituation an der Schule. Der Fragebogen wird mit allen Lehrkräften und Schülern einer Schule anonym durchgeführt. „Dabei soll sowohl die Selbst- als auch die Fremdeinschätzung hinsichtlich Gewaltpotenzial und -bereitschaft sowie hinsichtlich eigener Viktimisierungen bzw. jener anderer erhoben werden“. (Das Anti-Bullying-Programm nach Dan Olweus, S.9) Ebenfalls werden durch den Fragebogen absolute Zahlen über den Schülerbestand gegeben, sowie Auskünfte über die Häufigkeit von Gewalt in der Schule und wie oft die Lehrkräfte in diese Situationen eingreifen.
(vgl. Dan Olweus, S. 72) „Nach Auswertung der Fragebögen und Einschätzung der tatsächlichen Situation an der jeweiligen Schule, werden verschiedene Maßnahmen gesetzt, die einerseits das Problembewusstsein über Gewalt in der Schule wecken oder stärken, und andererseits praktische Hilfestellung für Betroffenen geben sollen. […] Je nach institutioneller Ebene kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz“. (Das Anti-Bullying-Programm nach Dan Olweus, S. 9)

weiterlesen