Cyberstalking

Einleitung

Das Nachstellen einer Person gegen deren erklärten Willen, wird im Allgemeinen Sprachgebrauch mit dem Begriff Stalking bezeichnet.  Der aus der Jägersprache entlehnte Begriff beschreibt dabei ein weit verbreitetes Phänomen von verfolgenden und belästigenden Handlungen, bei der die Schädigung der betroffenen Personen im Vordergrund steht.

Diese mittlerweile als straffällig geltende Tat findet ihre Anwendung nun auch zunehmend in der Welt des Cyberspace. Indem das klassische Stalking sich den Inhalten und Möglichkeiten des Internet bedient und das bestehende Problem unter Zuhilfenahme von Technologie verschärft, entsteht ein neuer Bereich mit seinen eigenen Problemfeldern.
Cyberstalking ist dabei der moderne Begriff der für die vielen Formen von Belästigungen im Netz steht.

Wer und was hinter diesen Formen des perfiden Psychoterrors steckt, ist Inhalt dieser Arbeit. Sie soll zur Informationsfindung und Orientierung beitragen und eventuellen Opfern die Möglichkeit geben erste Hilfen zu finden.


Cyberstalking - Zum Begriff und zu den Formen

Unter Cyberstalking versteht man alle Stalkingtätigkeiten, die unter Zuhilfenahme von technischen Medien wie bspw. das Handy und der mit dem Internet verbundene Computer durchgeführt werden. (vgl. 1)

Cyberstalking hat viele unterschiedliche Formen. Neben "einfachen" Beleidigungen im Internet, kaufen Cyberstalker unter fremden Namen Waren aus dem Online- und Versandhandel, um das Opfer zu schädigen, veröffentlichen oder manipulieren Homepages oder Blogs, versenden unerwünscht E-Mails, oder veröffentlichen unbefugt Fotos oder Aussagen der Opfer mit anzüglichem Inhalt. (vgl. Char, 2010)


Gemeinsamkeiten und Unterschiede
zwischen Stalking und Cyberstalking

Stalking und Cyberstalking zeichnen folgende Gemeinsamkeiten aus:

1. Das Opfer ist persönlich bekannt – Bei einer Großzahl der dokumentierten Fälle handelt es sich um (ehemalige) Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen, sowie Ex-Freunde oder intime Partner, welche das Opfer stalken.
 
2. Die Täter sind zum großen Teil Männer – die Opfer hauptsächlich Frauen. Wenn Frauen zu Stalkingtätern werden, handelt es sich dabei meistens um das Stalken von Prominenten.
 
3. Die Motivlage – Zu den häufigsten Motiven gehören Macht und Kontrolle, Rache oder das Bestreben eine (sexuelle) Beziehung eingehen zu wollen.  Gescheiterte Beziehungen gehören zu den Top-Motiven von Stalkern.


Hauptunterschiede, die sich durch die Technologie und Mannigfaltigkeit des Internets ergeben sind folgende:


1. Technische Möglichkeiten – Durch die technischen Möglichkeiten ist das Opfer 24 Stunden am Tag erreichbar.

2. Die Erreichbarkeit Dritter – Mit nur wenig Aufwand ist es dem Täter möglich Dritte mit in das Geschehen einzubeziehen. Zum einen können dabei Angehörige des Opfers in Mitleidenschaft gezogen werden, zum anderen kann der Täter sich Unterstützung in Form von Mithelfern holen und so mit einer (anonymen) Gruppe gegen das mutmaßliche Opfer hetzen.  

3. Anonymität – Stalker können ihre wahre Identität im Internet sehr einfach verschleiern und anonym bleiben. 

4. Präsenz – Der Täter erscheint dem Opfer gegenüber quasi als omnipräsent. Während beim allgemeinen Stalking noch gewisse Rückzugsmöglichkeite existieren oder räumliche Distanz eine körperliche Anwesenheit des Täters unmöglich machen, ist beim Cyberstalking die Schikanierung immer dann vorhanden, wenn das Opfer die modernen Kommunikationsmittel nutzt (z.B. auch am Arbeitsplatz).

5. Hemmschwelle – Dadurch, dass der Täter dem Opfer nicht physisch gegenüberstehen muss, ergibt sich für ihn eine sehr niedrige Hemmschwelle gegenüber seinen Opfern. Niemand übt „soziale Kontrolle“ auf den Täter aus.


Quellen:

1: http://www.gegenstalking.de/cyberstalking.html (Aufruf am 14.1.2011)


Gruppe: Daniel Feld, Martin Appel