Stressbewältigungsstrategien (Coping)

Im Folgenden sollen unterschiedliche Wege vorgestellt werden, wie man mit Stress im Leben umgehen kann. Wichtig hier bei ist, dass jeder individuell Stress erfährt und somit auch die Stressbewältigung individuell gestaltet werden sollte. Eine allgemeine Regel gegen Stress gibt es nicht!

Theoretischer Hintergrund:

Der Psychologe Richard Lazarus bezeichnet Stress als ein rationales Konzept. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen der Person und der Umwelt.

„Psychologischer Stress bezieht sich auf eine Beziehung mit der Umwelt, die vom Individuum im Hinblick auf sein Wohlergehen als bedeutsam bewertet wird, aber zugleich Anforderungen an das Individuum stellt, die dessen Bewältigungsmöglichkeiten beanspruchen oder überfordern“ (Lazarus und Folkman, 1986)

Stress entsteht also dadurch, dass das Individuum äußere Reize bewertet.

Im Bezug auf die Stressbewältigung (coping) sprechen Lazarus und Cohen (1979) von 5 Hauptaufgaben:

  1. Den Einfluss schädigender Umweltbedingungen reduzieren und die Aussicht auf Erholung verbessern.
  2. Negative Ereignisse oder Umstände tolerieren bzw. den Organismus an sie anpassen.
  3. Ein positives Selbstbild aufrechterhalten.
  4. Das emotionale Gleichgewicht sichern
  5. Befriedigende Beziehungen mit anderen Personen fortsetzen

    Lazarus definierte zwei Funktionen der Stressbewältigung (coping):
  1. Emotionsbezogenes Coping: Richtet sich auf die Emotionsregulierung, also auf das Verringern der vorhandenen belastenden Symptome
  2. Problembezogenes Coping: Die Person befasst sich direkt mit den Bedingungen, von denen eine Schädigung, Bedrohung, oder Herausforderung ausgeht.

Innerhalb jeder Funktion gibt es vier Bewältigungsarten:

  1. Informationssuche
  2. direktes Handeln
  3. Unterlassen von Handlungen
  4. Intrapsychische Bewältigung

 

Quelle:
Schwarzer R. (Hg.): Gesundheitspsychologie. Ein Lehrbuch. Göttingen, Bern, Toronto, Seattle: Hogrefe Verlag für Psychologie, 2. Auflage, 1997

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