Stress am Arbeitsplatz

Foto Stress am Arbeitsplatz

Stress am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit. In Anbetracht der veränderten Arbeitsbedingungen in Form von erhöhtem Zeit- und Qualifikationsdruck, längeren Arbeitszeiten, zunehmendem Personalmangel, Flexibilisierung von Arbeitsprozessen, unsicheren Arbeitsstellen auf der einen und geringeren Arbeitsmarktchancen auf der anderen Seite, könnte man sogar sagen, Stress am Arbeitsplatz ist eher die Regel. Und die eben genannten Aspekte der Arbeitswelt sind nur ein Ausschnitt aus den vielfältigen Belastungen, mit denen sich Arbeitnehmer heutzutage konfrontieren müssen. Diese Belastungen bedingen meist psychische Stressreaktionen, die auf Dauer unweigerlich zu Leistungsminderung oder Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit führen können. Verminderte Erwerbsfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit sind unter anderem auch zwei der Hauptgründe für Frühberentung.  Man geht davon aus, dass psychische Störungen oder Erkrankungen, die auch aus übermäßigem Stress heraus entstehen können, bis 2020 die zweithäufigste Ursache für Arbeitsausfälle und verminderte Arbeitsfähigkeit sein werden.

 

Faktoren, die Stress am Arbeitsplatz bedingen und was man dagegen tun könnte:

1. Fehlender Einfluss auf Arbeitsbedingungen/ -abläufe

  • Haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Kontrolle über Arbeitsabläufe zu übernehmen, vergrößert sich ihr Handlungsspielraum und ihre Selbstbestimmung und das Stresspotential wird verringert.

2. Keine oder unzureichende soziale Unterstützung

  • Am Arbeitsplatz hat soziale Unterstützung durch Kollegen und Führungskräfte im Sinne von aktiver Hilfe (z.B. bei Überforderung) eine kompensierende Wirkung in Bezug auf Stress. Ein gutes Betriebsklima senkt den Stresspegel erheblich.

3. Wenig oder keine Bedeutsamkeit der Arbeit

  • Eine hohe Bedeutsamkeit der Arbeit – z.B. im Sinne von betrieblicher Relevanz der Tätigkeit – erhöht den persönlichen Selbstwert und eröffnet persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.

4. Unberechenbarkeit der Betriebsabläufe

  • Achtet ein Unternehmen auf transparente und evtl. auch partizipative Betriebsabläufe und -entscheidungen, wird dadurch das Vertrauen der Mitarbeiter erhöht und so auch ihre Produktivität, da sie keine Angst vor Überraschungen  haben müssen und keine Energie in mögliche Gerüchte oder Befürchtungen zu investieren brauchen.

5. Fehlende Belohnung

  • Ein der Arbeit entsprechendes, also angemessenes Gehalt ist die absolute Basis. Darüber hinaus sind Lob und Anerkennung für gut verrichtete Arbeit unentbehrliche Belohnungsaspekte, die den Stress der Mitarbeiter reduzieren können. Auch die Vermittlung von Sicherheit in Bezug auf den Arbeitsplatz spielt hier eine Rolle.

6. Über- oder Unterforderung

  • Sowohl Überforderung durch beispielsweise zu hohen Zeitdruck, fehlendes oder fehlerhaftes Arbeitsmaterial oder durch zu große Komplexität der gestellten Aufgaben als auch Unterforderung durch beispielsweise Langeweile, einen stark begrenzten Aufgabenbereich oder durch monotone Arbeitsabläufe können Stress verursachen. Demnach sind abwechslungsreiche, mittlere bis hohe Anforderungen an einem dafür ausreichend ausgestatteten Arbeitsplatz und mit einem realistischen Zeitrahmen bedeutsame Präventionsaspekte hinsichtlich von Stress. Optimale Leistungsfähigkeit wird durch eine ausgewogene Spannung zwischen Unter- und Überforderung erst möglich. Aber auch gute Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen den Mitarbeitern beugen dem vor.

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