Achtsamkeit im Alltag und als Therapiemethode

Achtsamkeit lässt sich in viele Lebensbereiche einbinden, zum Beispiel auch in den Alltag. Durch mehr Achtsamkeit im Alltag können psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Burn-out, vorgebeugt werden. Der Grundgedanke ist es, im Hier und Jetzt zu leben. Dazu ist es wichtig, sich auf eine Sache voll und ganz zu beziehen. Mit dem Vorsatz, achtsamer zu leben, wird man nicht gleich zu einem achtsamen Menschen. Achtsamkeit muss in kleinen Schritten in den Alltag eingebunden werden. Kleine Übungen lassen sich an mehreren Stellen in den Alltag integrieren: Wartezeiten kann man sinnvoll nutzen, indem man zum Beispiel beim Warten auf den Bus, bewusst auf seine Atmung, den Stand, die Körperhaltung und die momentanen Gefühle achtet.

Frederike Höher (2011) empfiehlt Achtsamkeit täglich, zu einem festen Zeitpunkt zu üben. Kleine Klebezettel könnten helfen sich selbst an die Übungen zu erinnern. Das tägliche Zähneputzen scheint demnach ein optimaler Zeitpunkt für die Achtsamkeitsübung zu sein. Für das achtsame Zähneputzen sollte man die doppelte Zeit einplanen. Alle Bewegungen werden bewusster und langsamer ausgeführt. Das heißt, die Zahnbürste in aller Ruhe zum Mund führen, dabei das Gewicht der Bürste in der Hand spüren, die Zahnpasta im Mund schmecken und bewusst wahrnehmen, wie sich die Zahnbürste in der Mundhöhle anfühlt. Es empfiehlt sich, die Augen zu schließen um Störungen von außen vorzubeugen. Sollten die Gedanken doch einmal abschweifen, empfiehlt Höher, diese wieder sanft zurückzuholen. Denn vor allem sollte es vermieden werden, auf sich selbst Druck auszuüben. Achtsamkeit brauche nun mal Zeit und Geduld.

Quellen: Hinze, Friedrich D. (2011): Acht Schritte zur Achtsamkeit. Ein Buch zum Tun und Lassen. Göttingen
Friederike Höher (2011): Ansatzpunkte für ein achtsames Leben, Dortmund:
www.friederike-hoeher.de/wp-content/uploads/2011/12/Achtsamkeit-im-Alltag.pdf

 

Achtsamkeit als Therapiemethode

In den USA, in den 70er Jahren, wurde das bekannteste Achtsamkeitstraining entwickelt, das für viele weitere achtsamkeitsbasierende Therapien Grundlage ist: „Mindfulness Based Stress Reduction“ (Stressbewältigung durch Achtsamkeit), abgekürzt MBSR, durch Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn. Er verfolgte das Ziel, Stress vorzubeugen, indem sich seine Patienten diesem Training unterzogen. Er erlangte positive Ergebnisse, da sich die Lebensqualität seiner Patienten steigerte.

Seit den 1990ern finden Achtsamkeitstrainings auch in Deutschland ihre Anwendung. Das Achtsamkeitstraining MBSR zieht sich über acht Wochen. Pro Woche trifft man sich 2 ½ Stunden in der Gruppe. Die Schwerpunkte liegen hier in der Körperwahrnehmung. Von Woche zu Woche werden die Übungen erweitert. Während man in den ersten Sitzungen ausschließlich versucht, seinen Körper und seine Atmung wahrzunehmen, geht es in den weiteren Sitzungen darum auf die eigenen Gefühle, Empfindungen und Gedanken während dieser Übungen zu achten. Wichtig ist, dass man außerhalb des Gruppentrainings zu Hause regelmäßig übt. Durch dieses Achtsamkeitstraining lernen vor allem Berufstätige, die unter ständigem Stress leiden, mit diesem Druck umzugehen und ihn zu akzeptieren. Sie lernen ihre Gedanken und Gefühle zuzulassen, sich ihnen zu stellen und sie schließlich anzunehmen.

Quellen:
www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp (nicht mehr online)
http://www.abst-web.de/41340/home.html
http://www.abst-web.de/41340/42090.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/achtsamkeit-kleine-schritte-zur-entschleunigung-a-890285.html

Feldenkrais als eine Methode der Achtsamkeit:

Um sich achtsam zu begegnen, stehen mittlerweile eine Reihe von Methoden und Praktiken bereit. Feldenkrais kann als eine solche genutzt werden. Der Begründer ist Moshé Feldenkrais (1904-1984). Er hat herausgefunden, dass menschliches Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Bewegung niemals isoliert anzutreffen ist. Selbst an einer Knieverletzung erkrankt, findet er heraus, dass Bewegung der Punkt ist, an dem man am besten ansetzen kann um Veränderung einzuleiten. Seiner Idee nach ist der Mensch fähig sich selbst zu erziehen. Dies ist kann jedoch nicht von außen erfolgen, sondern wird von eigenen Wünschen und Vorstellungen geleitet.

Feldenkrais ist eine körperorientierte Lernmethode, die dazu gedacht ist, Bewegungsalternativen aufzuzeigen. Darüber wird man sich seines Selbst bewusster und kann Veränderungen bewirken. Es schafft eine neue Beweglichkeit für Körper und Geist.

Quellen:
http://www.dfme.de/tl_files/Pdf/Die%20zehn%20h%C3%A4ufigsten%20Irrt%C3%BCmer%20%C3%BCber%20Stress%20und%20Stressbew%C3%A4ltigung.pdf

http://www.welt.de/gesundheit/article109118585/Achtsamkeit-soll-gegen-Job-Wahnsinn-helfen.html
http://lexikon.stangl.eu/2277/achtsamkeit/
http://www.report-psychologie.de/achtsamkeit/der-wert-von-achtsamkeit-fuer-helfende-berufe
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais-Methode

Gruppe: Sabrina Baier, Franziska Gabler, Katrin Stöpler