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Glück

Wege zum Glück

Die Gabe, Freude am Leben zu empfinden ist uns angeboren und eine lebensnotwendige Grundausstattung des Gehirns. Sie ist nicht vom Alter oder dem Geschlecht, der Intelligenz oder dem Einkommen abhängig. Gelegenheiten Glück zu empfinden bieten sich ständig. Man muss sie nur wahrnehmen und nutzen.

Einer der ältesten und in der Gegenwart immer noch besonders beliebten Ratgeber zu einem glücklichen Leben ist der Buddhismus, bzw. der Dalai Lama. Dabei wird als erster Schritt zu einem glücklichen Dasein, der Prozess des Lernens genannt. Im Buddhismus ist es das höchste Ziel des Menschen, negative Gefühle wie Hass, Zorn, Neid oder Eifersucht durch verschiedene Übungen mit der Zeit zu überwinden. (1*)

„Die Lebenskunst besteht darin, Honig aus jeder Blüte zu saugen“ schrieb Heinrich von Kleist. Das trifft jedoch nur teilweise zu, denn sie besteht auch darin, jede Blume mit Freude zu betrachten und dem Augenblick möglichst viel Gefallen abzugewinnen. Wie wir die Welt erleben, hängt stark davon ab, wie wir sie erleben wollen oder wie wir sie bisher erlebt haben. Ein großer Teil unserer Handlungen wird durch unser Unterbewusstsein gesteuert. (vgl. 2*)

Das Wohlbefinden von Körper und Geist ist stark miteinander verbunden. Die sichersten Mittel um das Wohlbefinden zu steigern, sind Bewegung und Sex. Durch die Ergebnisse der Hirnforschung wurde belegt, dass Sport und regelmäßige Bewegung positive Auswirkungen auf das Gefühlsleben haben. Doch nicht nur körperliche Bewegung, auch die Kombination von Körper und Geist ist erforderlich um „richtig“ aktiv zu sein. „Ach wie schön wäre es, einfach mal nichts zu tun!“ denken viele wenn sie überlastet sind. Für das Wohlbefinden ist dies nicht der richtige Weg, denn wenn dem Gehirn Beschäftigung fehlt, ist es empfänglicher für Sorgen. Die konzentrierte Auseinandersetzung mit einer interessanten Tätigkeit hingegen, kann dank der Vorfreude darüber, Hochgefühle auslösen. (2*)

Um das persönliche Glücksempfinden positiv zu beeinflussen gibt es empfehlenswerte Grundsätze:

  • Ein erfülltes (soziales) Leben (Gute Freunde, Familie, soziales Engagement)
  • Regelmäßige sportliche Betätigung (Eingebunden sein in einem Verein, altersgerechte Bewegung)

  • Eine harmonische und feste Partnerschaft

  • Ein gefestigtes Selbstwertgefühl/Souveränität (Selbstbestimmtes Handeln, Unabhängigkeit, Eigenständigkeit/Gegenteil von Fremdbestimmtheit)

  • Das Bewusstsein seiner eigenen Stärken und Fähigkeiten (Wissen, wer man ist und was man kann)

  • Hilfsbereitschaft gegenüber anderen

  • Einen Beruf bei dem man gebraucht wird und sich einbringen kann

  • Eine optimistische Haltung gegenüber der Zukunft

  • Die Vergangenheit akzeptieren und daraus lernen

  • Neue Erfahrungen und Erfolgserlebnisse schaffen (Reisen, eine neue Sprache lernen)

  • Die Gelassenheit, die Dinge so hinzunehmen wie sie sind

Das Glücksempfinden kann jedoch auch negativ beeinflusst werden, beispielsweise durch:

  • Neid auf andere, ständiges Vergleichen

  • Introvertiertheit

  • Nicht in der Gegenwart sein ( mit den Gedanken der Vergangenheit nachhängen)

  • Undankbarkeit

Seelische Gesundheit als Ausweg aus der psychosozialen Belastungskrise?

In der Medizin geht es nicht nur um die mess- oder fassbaren Vorgänge im Körper. Werte die im Labor festgestellt werden, können sich bei jedem Menschen unterschiedlich auswirken. Bei der Auswirkung verschiedener Krankheitsbilder kommt es daher immer auf den körperlichen Zustand und den Kontext eines Menschen an.

Für die Alltagswirklichkeit gilt daher, dass das Erlebte dem einzelnen gut tun muss. Ist das nicht der Fall fühlt man sich "schlecht", selbst wenn die medizinischen Werte nicht von der Norm abweichen. Der Zustand der Seele beeinflusst den Körper, die Zellen, die Organe und weitere Funktionskreise. Die Alltagssprache kennt viele Ausdrücke dafür wie die Psyche den Körper beeinflusst. Beispielsweise hat man "einen dicken Hals" oder "die Nase voll", wenn man wütend auf jemanden ist oder sich enttäuscht fühlt. Ein durch Angst und Sorge geschwächtes Immunsystem kann dazu führen, dass man häufiger krank wird als ein sorgloser, fröhlicher Mensch. Wenn es im Leben mal wieder nicht so läuft, wie man es möchte, stört das die Wege der Hormone und Stressmoleküle, was dazu führt das man sich weniger belastbar fühlt und kaum noch im Stande ist, Mitgefühl zu empfinden.

So wie die verschiedenen Belastungen des Alltags, wie beispielsweise Stress auf der Arbeit oder Ärger mit dem Partner, bei jedem einzelnen andere Auswirkungen zeigen, sind die Auswirkungen von psychischen Belastungen und seelischer Not auch von unterschiedlicher Dauer und Intensität. (3*)

Wenn der Zeitraum zwischen dem Einsetzen der seelischen Erkrankung und dem Entgegenwirken (Eingreifen) zu groß ist, helfen nur langfristige Therapien, oder Kurse die helfen, wieder positive Körpererfahrungen zu sammeln.

Gegenwärtig ist es beispielsweise Moshé Feldenkrais, der eine Methode entwickelt hat um achtsamer zu leben und mit seinem Körper und Geist im Einklang zu sein (Feldenkraismethode). Durch bestimmte Achtsamkeitsübungen kann man lernen positiver zu denken. Wenn man dies gezielt trainiert, können "positive Geisteszustände" immer häufiger auftreten und die „schlechten Gedanken“ über Probleme der Vergangenheit oder die unüberwindbaren Aufgaben der Zukunft werden mit der Zeit überwunden. Unser Gehirn ist dank seiner komplexen Struktur dazu fähig, ständig neue Abläufe und Verhaltensmuster zu erlernen. Die Erfolge der Übungen sind zwar anfangs gering aber mit der Zeit speichert das Gehirn die neue Art der Wahrnehmung. (ebd.)

Zufriedene Schüler?

Mittlerweile ist auch das Thema Glück als Unterrichtsfach in diversen Schulen fester Bestandteil. Die Schüler der einzelnen Lehranstalten können so gezielt lernen, sich Ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden. Teilweise beginnt der „Glücksunterricht“ schon in der Grundschule. Dort erörtern dann Lehrer mit Schülern warum es Ihnen manchmal besser und manchmal schlechter geht, sie traurig oder fröhlich sind und was die Ursachen für Stimmungswechsel sein können. In den höheren Klassen lernen die Schüler Ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und diese zu betonen. Ein weiterer Bestandteil des Glücksunterrichts ist es, den Schülern beizubringen wie sie besser mit Konflikten umgehen können. In Rollenspielen oder bei Theaterstücken kann beispielsweise ausprobiert werden sich in andere hineinzuversetzen. Mittels Koordinationsübungen oder Gesang kann die Körperwahrnehmung verbessert werden. Weiterhin steht der Umgang mit den eigenen Emotionen sowie gesunde Ernährung und richtige Bewegung auf der Tagesordnung. (4*)


Quellen:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Glück

  2. KLEIN, Stefan (2002) Die Glücksformel (S. 17, S. 282)

  3. BARTENS, Werner (2010) Körperglück „Wie Gefühle gesund machen“ (S.17 ff.)

  4. GEO Wissen Nr. 47 „Glück“ (S. 69 ff.)