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Glücksstudien

Geld alleine macht nicht glücklich – Glücksforscher haben festgestellt, dass es nur bei Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, einen Zusammenhang zwischen Geld und Glück gibt. Ist ihre Grundversorgung gesichert, hat Geld nur noch wenig Bedeutung für ihr Glücksgefühl. Menschen, die durch einen Gewinn zu Geld kommen, sind nur für eine relativ kurze Zeit glücklicher als vorher. Ebenso wurde in einer amerikanischen Studie festgestellt, dass sehr reiche Menschen statistisch nur unwesentlich glücklicher sind, als Menschen die weniger Geld zur Verfügung haben. (Vgl.1) Diese und eine Reihe anderer Untersuchungen versuchen dem Glück auf die Spur zu kommen.

Welche Faktoren müssen zusammenspielen, um einen Menschen glücklich(er) zu machen?

Precht ist der Meinung, dass das Erwerben von Dingen kurzfristig glücklich machen kann, aber wenn unsere Ansprüche befriedigt sind, sich schnell neue Ansprüche entwickeln. Das führt dazu, dass man sich schnell an diesen Zustand gewöhnt und ihn als selbstverständlich ansieht.(Vgl.2) Weiter stellt der britische Ökonom Layard hierzu fest:

"Es gibt mehr im Leben, was glücklich macht, als immer nur alles haben zu wollen. Wer nach immer mehr (im Vergleich zu anderen) strebt, der zeigt Anzeichen eines echten Suchtverhaltens. Materielles Streben erzeugt einen dauerhaften Zustand der Unzufriedenheit, in dem kein nachhaltiges Glück entstehen kann."(3)

Laut dem deutschen Sozialphilosphen Richard David Precht leben die glücklichsten Menschen der Welt in Vanuatu, ein Inselstaat im Südpazifik. Sie sind glücklich, weil sie sich mit wenig zufrieden geben. Sie legen viel Wert auf die Familie, die Gemeinschaft und darauf, anderen Menschen Gutes zu tun. Im Vergleich zu anderen Ländern ist in Vanuatu die Lebenserwartung eher gering (Vgl.4). Prechts Aussage, dass in Vanuatu die glücklichsten Menschen leben, entstammt dem "Happy Planet Index" der im Sommer 2006 von der New Economics-Foundation veröffentlich wurde.

Der "Happy Planet Index" versucht durch die Kombination von Werten der Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und des ökologischen Fußabdrucks ein Maß für die ökologische Effizienz der Erzeugung von Zufriedenheit zu bilden. Das bedeutet, dass herausgefunden werden soll, inwieweit der Mensch in die Natur eingreifen muss, um Lebensbedingungen zu schaffen, die ihm zum Glück verhelfen. Rang zwei und drei der 178 Länder belegen im Jahr 2006 Kolumbien und Costa Rica. Der Glücksfaktor der reichen Industrieländer wie zum Beispiel Italien (Rang 66), Deutschland (Rang 81) oder USA (Rang 150) liegen im Vergleich zum relativ armen Vanuatu sehr weit hinten. (Vgl.5)

Diese Studie sagt also aus: "Geld, Konsum, Macht und die Aussicht auf ein hohes Lebensalter machen nicht glücklich." (6) Die wichtigsten Faktoren in unserem Leben, die sich auf unser Glück auswirken, sind soziale Beziehungen wie Familie, Freunde und Kinder. Nicht unwesentlich wichtiger für das Glücksleben sind Sexualität, Essen und Sport. (Vgl.7)

1 Geld und Glück: www.gluecksarchiv.de/inhalt/geld.htm

2 Precht, R.D., Wer bin ich und wenn ja wie viele? München, 2007, S.349

3 Precht, R.D., Wer bin ich und wenn ja wie viele? München, 2007, S.351

4 Precht,R.D., Wer bin ich und wenn ja wie viele? München, 2007, S.347

5 www.laenderdaten.de/indizes/happy_planet_index.aspx

6 Precht, R.D., Wer bin ich und wenn ja wie viele? München, 2007, S.349

7 Precht, R.D., Wer bin ich und wenn ja wie viele? München, 2007, 3.252