Positive Psychologie

Positive Psychologie

Definition und Historie
Der Begriff "Positive Psychologie" wurde erstmals 1998 am Institut der American Psychological Association aufgegriffen. Unter der Leitung von dem US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman wurde dort ein Forschungsprogramm gestartet, in dem es darum geht den  Menschen zu stärken und die vorhandenen Ressourcen zu aktivieren. (Vgl. 1)
Positive Psychologie befasst sich mit der Frage: Was macht unser Leben besser, gesünder, glücklicher, lebenswerter? Der deutsche Experte auf diesem Gebiet, Prof. Dr. Fend formuliert es folgendermaßen: "Die Positive Psychologie lässt sich verstehen als die wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit der Frage, wie Menschen ihre Potenziale entdecken und entwickeln können, um als Individuum und auch als Gruppe glücklicher und erfolgreicher zu leben – sowohl im beruflichen wie privaten Alltag."  (Siehe 2)

Positive Aspekte der Psychologie wie Glück, Optimismus, Geborgenheit, Vertrauen, Verzeihen und Solidarität werden hierbei behandelt, welche bis dahin in der traditionellen Psychologie wenig beachtet wurden. Die Positive Psychologie, die sich im Unterschied zu der traditionellen Psychologie nicht mit der Erklärung, Diagnose und Behandlung von psychischen Störungen und Erkrankungen befasst, hat es nach wie vor schwer sich als wissenschaftliche Disziplin durchzusetzen. Allerdings wächst mittlerweile therapieschulenübergreifend die Einsicht, dass es sinnvoll sein kann, die menschlichen Stärken mehr in den Fokus zu nehmen und das "Gute" und "Positive" zu mehren. (Vgl. 1, 3)

Wie auch schon die Hirnforschung gezeigt hat, geschieht eine Heilung nicht durch permanente Beschäftigung mit Problemen, sondern durch das Erleben positiver Erfahrungen. Diese Denkweise spiegelt sich nicht nur auf der praktischen Ebene wieder, sondern wird zusätzlich durch umfangreiche Forschungsprojekte vorangetrieben. (Vgl. 1, 4)
Diese wissenschaftlich fundierte Erforschung der Themen basiert vorwiegend auf empirischen Erlebens- und Verhaltensbeobachtungen, aus denen Schlüsse gezogen werden. Sie beschäftigen sich mit den Bereichen der positiven Emotionen, des positiven Charakters und positiver Strukturen. Die Positive Psychologie verlässt nach ihrem eigenen Anspruch den bisherigen Forschungsschwerpunkt der defizitären Aspekte und wendet sich der Erforschung dessen zu, was den Menschen allgemein stärkt und das Leben lebenswerter macht. (Vgl. 5)

Seligman ist des Weiteren davon überzeugt, dass die Berücksichtigung und Förderung von menschlichen Stärken eine große Bedeutung bei der Prävention von mentalen Krankheiten spielt. Glückliche Menschen haben ein positives Temperament, tendieren dazu die guten Seiten an den Dingen zu sehen und denken nicht all zu viel über negative Ereignisse nach. Zudem besitzen sie die Ressourcen, um sich ihren persönlichen Zielen anzunähern. Glückliche Menschen sind meist internal motiviert, das bedeutet sie tun, was sie tun, weil es ihnen selber wichtig ist und nicht weil jemand sagt, dass sie es tun sollen oder weil sie es tun müssen. All diese Faktoren tragen schlussendlich dazu bei, mentale Krankheiten zu verringern und ihnen vorzubeugen. (Vgl. 3, 6)

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