Anwendungsbeispiele für die Praxis und Ausblick

Im Alltag
Die Grundgedanken und Strategien der Positiven Psychologie lassen sich im Alltag oft aufgreifen und anwenden. So ist es möglich, je nach Situation und individuellen Vorzügen bestimmte "Interventionen" auszusuchen und anzuwenden, die aus einem Fundus von über 40 wissenschaftlich untersuchten Methoden ausgewählt werden können. Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Führung eines Dankbarkeitstagebuchs, wenn die betroffene Person sich im normalen Alltag überfordert und unglücklich fühlt. Dadurch wird Achtsamkeit praktiziert sowie geschult und Kleinigkeiten können den Gemütszustand bereits verbessern. Die Kombination verschiedener Möglichkeiten, wie das bereits erwähnte Beispiel, sind einfach anzuwenden und helfen aus Stimmungstiefs heraus und können das subjektive Wohlbefinden merklich verbessern. (Vgl. 2)

Anhand der Positiven Psychologie ist es möglich, die individuellen Denk- und Handelsweisen zu ändern, die in diversen Situationen (z.B. Stress) präsent sind. Dabei ist es wichtig, neue Denk- und Handelsweisen anzustreben, die zu der jeweiligen Persönlichkeit passen. Als Beispiel kann hier Sport zum Steigern des Wohlempfindens genannt werden. Zwar ist wissenschaftlich bewiesen, dass Sport sich positiv auf Körper und Psyche auswirkt, aber wenn die betroffene Person keine Freude daran hat und den Sport gezwungenermaßen ausübt, wirkt dies eher kontraproduktiv. Daher gilt, dass die Auswahl nach individuellen Vorlieben getroffen werden sollte.
Des Weiteren ist es von Wichtigkeit, die gewählten Interventionen methodisch korrekt einzusetzen, um die beste und gewünschte Wirkung zu erzielen. Dies ist vergleichbar mit der Art und Anwendung eines Medikaments, denn auch dieses erzielt nur unter korrekter Einnahme den gewünschten Erfolg. Analog bedeutet dies beim Schreiben eines Tagebuchs, dass diese Methode besonders viel versprechend ist, wenn die selbstreflexiven Fähigkeiten des Verfassers in den Vordergrund gelangen und dadurch systematisch verbessert werden. Durch Formulierungen wie "daraus habe ich gelernt" etc. wird dies deutlich. Studien zufolge sorgen auf diese Weise geführte Tagebücher für mehr Glücksempfinden. (Vgl. 2)

In der Arbeitswelt
Auch in der Arbeitswelt kann die Positive Psychologie eine wichtige Rolle spielen. Hier gilt es vor allem, positive Charaktereigenschaften hervorzubringen und zu stärken, denn diese erleichtern zum einen den Berufseinstieg und führen längerfristig auch zu einer hohen Arbeitszufriedenheit. Diese wirkt sich wiederum positiv auf Fehlzeiten, soziale Konflikte und andere am Arbeitsplatz auftauchende Schwierigkeiten aus und ist daher von Seiten des Arbeitsnehmers sowie Arbeitsgebers wünschenswert.
Ein weiteres wichtiges Gebiet in der Arbeitswelt ist das der Resilienz und dem damit verbundenem Umgang mit Stress und Belastungssituationen. Dies bedeutet, auf enttäuschende aber auch positive Situationen (Beförderung) angemessen eingehen zu können, um nachhaltig erfolgreich zu sein und somit auch ein hohes subjektives Wohlbefinden zu erreichen bzw. zu bewahren. (Vgl. 2, 9)

In der Bildung
Was für die Arbeitswelt gilt, lässt sich zum Teil auch auf den Bereich der Bildung übertragen. Gerade wenn es um das Hervorbringen positiver Charaktereigenschaften geht, fordert die Positive Psychologie von den (Bildungs)Institutionen ein gezieltes Eingehen speziell auf die junge Klientel, damit optimale Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden und somit die notwendigen positiven Grundsteine gelegt werden können. Dadurch werden Kinder gegenüber der Bildung positiv eingestellt, was wiederum dazu führt, dass der Bildung positiver und offener entgegengetreten werden kann, wodurch angemessene Leistungen und Entwicklungen erreicht werden können. Dabei geht es aber nicht primär um das Erreichen guter Leistungen, sondern vielmehr um die Frage, wie man einen positiven Charakter erreichen kann und welche Rolle die Bildung dabei spielt.
Die Positive Psychologie bietet Möglichkeiten an, diese Eigenschaften zu trainieren. So existieren verschiedene Programme zum Training. An einigen Universitäten in den USA existieren beispielsweise so genannte "Happiness-Kurse", in denen Techniken und Methoden gelehrt werden, die zur Steigerung des Glücks und einer positiveren Lebensführung verhelfen können. Aber auch andere Einrichtungen, wie beispielsweise nach der Waldorfpädagogik ausgerichtete Institutionen, beinhalten Grundsätze der Positiven Psychologie, denn die Kinder werden dort nach ihren individuellen Entwicklungsstand und mit ihren eigenen Stärken gefördert. (Vgl. 2, 9, 10)

Fazit und Ausblick
Die Umsetzung der Positiven Psychologie gestaltet sich in der Realität noch als relativ schwierig, da vor allem auf Grund von Ökonomisierung und finanziellen Engpässen eine Anwendung beispielsweise am Arbeitsplatz nahezu unmöglich scheint. Im Alltag jedoch lässt sich die Positive Psychologie gut anwenden. Glück ist stets ein subjektives Empfinden, somit kann jeder sein individuelles positives Gefühl für sich entdecken und fördern. Man sollte sich öfters bewusst werden, wie gut es einem geht, um diese Gefühle besser einschätzen zu können.
Da die Positive Psychologie sich, im Gegensatz zu ihrer Mutterwissenschaft, mit den positiven Aspekten des Menschen beschäftigt, wird sie einen immer höheren Stellenwert einnehmen, wie die vergangenen Jahre bereits zeigen. Gerade weil psychische Belastungen in unserer modernisierten Gesellschaft in allen Teilbereichen wie Bildung, Alltag und Berufsleben immer weiter zunehmen, bietet die Positive Psychologie Optionen, um Auswege bzw. Kompensationsmöglichkeiten zu finden.



Quellen
1.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie.php
2.    http://blog.my-skills.com/2011/03/07/positive-psychologie-ein-interview-mit-prof_-lars-fend.html
3.    www.3sat.de/page/?source=/scobel/140720/index.html
4.    http://www.ppc.sas.upenn.edu/index.html
5.    http://de.wikipedia.org/wiki/Positive_Psychologie
6.    http://www.dradio.de/download/46262/
7.    http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/psychologie/glueck/positive_psychologie.jsp
8.    www.staerkentraining.ch/pospsy.php#Pospsy
9.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie/bildung.php
10.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie/tipps.php
11.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie/durchschnittlich.php
12.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie/vermehrung.php
13.    http://www.psychologie-psychotherapie.ch/klinische_psychologie/positive_psychologie/erhaltung_und_praevention.php

Bildnachweis: Edgar Degas, Primaballerina, 1878

Gruppe: Johnatan Koontz, Malte Krämer, Tobias Nahrstedt