Begriffe

Die Psyche
Die Psyche ist die „Seele“ eines Menschen. Sie beinhaltet unser gesamtes Denken und Fühlen, sie macht aus jedem Menschen ein Individuum, denn sie ist etwas ganz Eigenes, was einen unverwechselbar macht.
Zum Leben gehört auch immer eine Portion Leid, Sorgen und Probleme. Es ist keine Schande, Probleme zu haben. Offen darüber reden hilft Wege zu finden,  die Probleme anzupacken.
Den Mut aufzubringen über psychische Probleme zu reden ist nicht immer einfach, denn die Psyche ist nichts Sicht- oder Greifbares, sie ist einfach da, jeder hat sie und doch fällt es schwer über sie zu reden. Auch in unserer „doch so modernen, aufgeklärten und offenen Welt“ sind psychische Probleme leider immer noch ein Tabu-Thema, denn sie machen Angst und im Grunde will man damit nichts zu tun haben.

"... betroffen sind immer nur andere."
Doch die Realität sieht leider anders aus:
Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben einmal ein psychisches Problem, welches sich zu einer psychischen Krankheit ausweiten kann, wenn man diesem nicht entgegentritt. Es kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Status. Es keine Schande darüber zu reden, denn psychische Probleme gehören zum Leben genauso dazu wie eine Grippe!

Im Folgenden werden wir kurz auf einige Arten und Verlaufsformen von psychischen Krankheiten eingehen:

Depression
Depressive Verstimmungen hat jeder schon einmal erlebt, gerade in der Pubertät ist es schwierig mit der Veränderung des eigenen Ich zurecht zu kommen.
Doch hält diese missmutige, gedrückte Stimmung über längere Zeit an, oder tritt dann auf, wenn eigentlich "alles okay" ist, kann sich dahinter eine Depression verstecken.
Leider konnte noch immer nicht genau geklärt werden, warum Menschen depressiv werden.
Es gibt verschiedene Faktoren, die einen Ausbruch der Krankheit begünstigen können. Es ist aber auch möglich, dass eine Depression "aus heiterem Himmel" und ohne ersichtliche Gründe auftritt. (Vgl. 1)

In Deutschland erkrankt ungefähr jeder fünfte Mensch einmal in seinem Leben an einer Depression. Die Depression ist eine "gefährliche" Krankheit. Wenn ein Mensch Monate lang niedergeschlagen ist, beginnt er am Sinn des Lebens zu zweifeln. Nicht wenige Betroffene unternehmen im Laufe der Krankheit einen Suizidversuch. (Vgl.1)


Man braucht Hilfe, wenn sich folgende Faktoren kombinieren:

  • Länger als gewöhnlich anhaltende Traurigkeit, mit dem Gefühl, nichts anderes mehr fühlen zu können
  • Unfähigkeit den Alltag zu meistern und die erforderlichen Leistungen in Schule, Studium oder Beruf zu erbringen
  • Schlafstörungen, Gleichgültigkeit, leichte Reizbarkeit etc...

Es kann in einer solchen Situation passieren, dass man denkt, das Leben habe keinen Sinn mehr.
Dennoch sollte man versuchen mit Personen seines Vertrauens darüber zu reden und ggf. psychologische Hilfe in Anspruch nehmen!


Selbstverletzendes Verhalten
Mann kann den Körper zum Spiegel seiner Seele machen. indem man sich selbst verletzt. Man sieht nur die äußeren Verletzungen und Narben an den Armen oder Beinen, denn sie sind sichtbar. Was sich im Inneren befindet, bleibt unsichtbar und verborgen. Das Selbstverletzen ist wie ein Ventil, um die unerträglichen Gefühle los zu werden.

Gründe die zur Selbstverletzung führen können

  • das Gefühl innerer Leere, sich wieder spüren wollen
  • sich von innerem Druck und innerer Anspannung entlasten wollen
  • inneres Chaos ordnen und Kontrolle darüber gewinnen wollen
  • sich selbst bestrafen, weil man sich hasst, mit sich nicht zufrieden ist,
  • Gewalterfahrungen im körperlichen, sexuellen oder psychischem Bereich,
  • Gefühle von Wertlosigkeit, Ungeliebtheit und/oder Vernachlässigung
  • große Verlust- und/oder Verlassensängste  (Vgl. 2)


Hilfreiche Tipps:

  • mit vertrauten Menschen reden, vertraute und stabile Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen
  • andere Verhaltensweisen ausprobieren, um sich wieder spüren zu können. Z.B. ein Gummiband um das Handgelenk bei Bedarf auf den Arm schnipsen lassen.


Panik, Drohungen und Vorwürfe können alles noch schlimmer machen! (Vgl. 2)


Suizid
"Menschen können in so ausweglose Situationen geraten oder sich so schlecht fühlen, dass sie am liebsten nicht mehr leben wollen." (Zit. 1)
Betroffene suchen nach jemanden, der ihnen zuhört, der ihnen ein Gefühl der Sicherheit gibt und einfach da ist! Eher kontraproduktiv ist Alleinsein, bedrängt, ausgefragt und belehrt, oder gar bemitleidet zu werden.


Angst
Angst ist ein natürlicher Instinkt des Menschen, er ist angeboren, um in Gefahrensituationen reagieren und eventuell flüchten zu können.
Der Herzschlag beschleunigt sich, man schwitzt, der Mund wird trocken, die Pupillen weiten sich, jeder Muskel ist angespannt, die Stimme versagt, man ist nervös, fühlt sich bedroht und ist bereit zur Flucht.
Ist die vermeintliche Gefahr vorüber, lässt die Angst in der Regel nach. Doch was passiert, wenn sie sich steigert und selbst in weniger gefährlichen Situationen auftritt? Sie wird zu einer großen Belastung für das alltägliche Leben. (Vgl. 3)

Symptome die in Kombination miteinander für eine Angststörung sprechen:

  • Angstgefühle ohne erkennbare Gründe
  • Angst schränkt das alltägliche Leben ein, weil man bestimmten Situationen aus dem Weg gehen möchte (sowohl im Privaten als auch im Beruflichen)
  • unkontrollierbare Angst- oder gar Panikattacken
  • stetig steigende Angstgefühle
  • Veränderung des Verhaltens und der eigenen Persönlichkeit
  • Stimmungsschwankungen aufgrund der Angstzustände
  • Angst vor der Angst

Beim Auftreten dieser Veränderungen muss man sich dringend Hilfe suchen, bevor sich die Angst bis ins Unermessliche steigert, sich mit Depressionen kombiniert und gar zum Suizid führt.


Psychosen und Drogen
Eine Psychose ist ein Zustand, in dem ein Mensch den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. Sein Fühlen und Denken verändert sich. (Vgl. 4) Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind typische Anzeichen. Die Psychose ist eine komplexe und bis heute rätselhafte Erkrankung. Wie sie sich äußert und wie sie verläuft, ist sehr unterschiedlich.
Jeder Mensch kann an einer Psychose erkranken. Jugendliche und junge Erwachsene sind häufig betroffen, manchmal auch schon Kinder.

Anzeichen einer Psychose

  • Träume nicht immer von Realität unterscheiden zu können
  • Halluzinationen, Stimmen hören
  • Verfolgungswahn
  • Angstzustände
  • Vermischen von Handlungen aus Büchern oder Filmen mit der Realität.

Einzelne Symptome können oft lange vor Ausbruch der Erkrankung auftreten!  (Vgl. 4)

Mögliche Ursachen können Verletzungen und Erkrankungen des Gehirns, belastende Lebensereignisse, Drogen und Alkohol, aber auch einfach eine genetische Veranlagung sein.


Alkohol
Alkohol regt an, macht locker und ist legal zu erwerben. Dennoch ist er eine Droge wie jede andere auch. Man greift möglicherweise in unangenehmen oder schwierigen Situationen immer öfter zum Alkohol, braucht immer größere Mengen.
Für eine Alkoholabhängigkeit spricht regelmäßiger Alkoholkonsum, ohne damit Genuss oder Geselligkeit zu verbinden (z.B. als Mutmacher oder Verdrängungshilfe). Ein Abhängiger kann ohne Alkohol seinen Alltag nicht mehr meistern.


Substanzungebundene Süchte
Bestimmte Verhaltensweisen wie bspw. Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht oder Sportsucht können ebenfalls abhängig machen (Substanzungebundene Süchte). Die Grenze zwischen einem genussvollen und einem abhängigen Verhalten ist fließend. (Vgl. 5)

Anzeichen einer Abhängigkeit:

  • sehr viel Zeit mit der Tätigkeit, wie z.B. mit Computerspielen verbringen
  • Die Gedanken kreisen ständig um diese Tätigkeit.
  • Man zieht sich mehr und mehr von seinem sozialen Umfeld zurück.
  • Man verliert die Kontrolle über die Tätigkeit. (Vgl. 5 )

Wie bei Drogen kann es zu einer Steigerung der "Dosis" kommen: Man spielt, surft, kauft, arbeitet immer mehr.  Man vernachlässigst andere Interessen und Verpflichtungen oder gar sich selbst. Man schläft zu wenig, bewegt sich kaum noch, ist erschöpft und  isst unregelmäßig. Betroffene leugnen oft ein Problem zu haben oder verharmlosen es gegenüber der Familie und Freunden. (Vgl. 5)


Körper
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum man mit seinem Körper unzufrieden sein kann: Man fühlt sich zu dick oder zu dünn, zu unmuskulös, zu groß oder zu klein. Bestimmte Körperteile kann man nicht leiden, manch einer fühlt sich sogar im falschen Körper geboren, um nur einige Gründe zu nennen. Vielleicht traut man sich deshalb nicht unter andere Menschen, findet keine Freunde und fühlt sich einsam. Oder andere Menschen provozieren und grenzen einen Menschen wegen seiner körperlichen Merkmale aus. (Vgl. 6)

Diäten, Kosmetika, Korsetts, Sport oder gar Schönheitsoperationen werden oft als Waffen gegen den eigenen Körper verwendet. Nicht selten gibt es auch Menschen, die sich schlicht und ergreifend Sorgen um ihre körperliche Gesundheit machen. Drehen sich die Gedanken nur noch um den eigenen Körper, so dass  man darunter leidet, nicht mehr tun "kann", was man gern tun möchte und sich fast nur noch schlecht wegen seines Körpers fühlt, dann sollte man sich Hilfe suchen. (Vgl. 6)


Psychisch kranke Angehörige
Wenn jemand in der Familie oder dem nahen Freundeskreis psychisch krank ist, verändert sich das Familienleben bzw. das Freundschaftsverhältnis. Fast alles scheint sich nur noch um die Probleme dieser einen Person zu drehen. Und wenn es die Mutter oder den Vater oder Mitbewohner betrifft und die Erkrankung länger dauert, kann es Zuhause sehr unangenehm werden. Möglicherweise gibt es mehr Streit, bekommt man weniger Aufmerksamkeit, die eigenen Probleme werden nach hinten verschoben oder gar ganz verdrängt und man schämt sich vielleicht auch für die betroffene Person. (Vgl. 7)
Es gibt leider immer noch viele Ängste und Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen, obwohl jeder Dritte im Verlaufe seines Lebens psychische Gesundheitsprobleme hat. Meistens wissen wir jedoch trotzdem nicht, wie wir uns verhalten sollen, was wir tun können, was helfen kann, wenn jemand psychische Probleme hat. Darum muss man darüber sprechen, sich anderen anvertrauen und gegenseitig zur Seite stehen. (Vgl. 7)
Dennoch ist es wichtig auch an sich zu denken, sich Auszeiten zu nehmen, weiterhin den Kontakt zu (anderen) Freunden aufrecht zu erhalten, schlicht : sein eigenes Leben zu leben! Deshalb muss man auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen haben! (Vgl. 7)

Bei psychischen Problemen gibt es nur einen Fehler: Zu lange warten!

Quellenangaben:
Vergleiche:
Vgl. 1: www.verrueckt-na-und.de/depression.html
Vgl. 2: /www.verrueckt-na-und.de/selbstverletzendes-verhalten.html
Vgl. 3 : www.verrueckt-na-und.de/angst.html
Vgl. 4: www.verrueckt-na-und.de/psychosen-drogen.html
Vgl. 5: www.verrueckt-na-und.de/spielsucht.html
Vgl. 6: www.verrueckt-na-und.de/koerper.html
Vgl. 7 :www.verrueckt-na-und.de/418.html

Zitate:
Zitat 1 siehe: www.verrueckt-na-und.de/suizid.html (16.06.11 , 17:15)

Gruppe: Marie-Louise Bideau, Anna-Lena Fuhr