Das Projekt

„Stark wenn sich einer traut, über seelische Probleme zu reden.“ (vgl. 2)
Dieser Satz ist kurz und bündig. Er bringt das zum Ausdruck, was sich hinter dem Projekt „Verrückt? Na und!“ verbirgt: Thematisiert werden psychische Gesundheit und Krankheit. Im Projekt werden Meinungen und Erfahrungen diesbezüglich ausgetauscht. Vor allem soll deutlich werden: Es ist mutig und auch sehr wichtig, über dieses Thema zu reden!
Aus sozialpädagogischer Sicht ist das Schulprojekt  „Verrückt? – Na und !?“ interessant, weil Kinder- und Jugendliche sich über ihre eigenen Erfahrungen austauschen und reflektieren und dadurch manche Dinge etwas besser nachvollziehen können.
Auch erfahren sie hier, dass es keine Schande ist psychische Probleme zu haben, dass es jeden treffen kann, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Stand. Und dass ein „normales“ Leben auch für Betroffene möglich ist, wenn man sich nur rechtzeitig (professionelle) Hilfe sucht.


In 13 Bundesländern gibt es „Verrückt? Na und!“- Projektgruppen. Hessen liegt mit zehn Teams ganz vorn. Die Projektgruppen gehen in alle Schultypen und besuchen dort unterschiedliche Klassen. Die Schülerinnen und Schüler sind meistens 13-17 Jahre alt.
Auch in anderen Ländern hat man an dem Projekt bereits Gefallen gefunden. So gibt es Initiativen in der Slowakei und in Tschechien. Damit wurde das Vorhaben, das Projekt auch international bekannt zu machen, schon in die Wege geleitet.
Währenddessen läuft die landes- und bundesweite Vernetzung weiter. So treffen sich z.B. alle 6-8 Wochen die Projektgruppen eines Bundeslandes. Dort berichten die etwa 10 Moderatoren von den einzelnen Projekttagen, werten diese aus und besprechen die nächsten Vorhaben.
Getragen wird das Projekt von ambulanten und stationären psychiatrischen Einrichtungen. Die Mitarbeiter haben zudem einen guten Kontakt zum staatlichen Schulamt. (vgl. 2)
Eine wissenschaftliche Auswertung erfolgte durch die Universität Leipzig. Sie hat das Projekt evaluiert und konnte allgemein eine positive Bilanz feststellen. (vgl. 3)


Das Konzept
„Verrückt? Na und!“ soll auf längere Sicht etwas zum „guten Schulklima“  beitragen. Da psychische Gesundheitsprobleme sowohl von Schülern als auch von Lehrern zunehmen, ist die Verortung des Projekts in der Schule sinnvoll. Der Besuch des Projekts dauert je einen Schultag.
Angestrebt wird, den Blick der Jugendlichen auf das eigene Leben zu schärfen. Ängste und Vorbehalte sollen wahrgenommen, überprüft und verständlicher gemacht werden. Voneinander zu lernen, aufeinander zu achten, füreinander da zu sein sind weitere Ziele. Die Art und Weise vom Aufbau bis zur Durchführung des Projekts und gerade die Offenheit der Projektteamleiter erleichtert es Kindern und Jugendlichen über ihre Probleme reden, diese zu benennen, anstatt sie zu verschweigen.
Das Projekt eignet sich für Klassen, Gruppen und Lehrerkollegien. Es ist überschaubar und nicht zu komplex und kann je nach Bedarf erweitert werden (z.B. Elternabende, Pädagogische Tage, Beratung). (vgl. 1)

Ziele:
Es gibt vier Hauptziele des Projekts:
-    Gesundheitsförderung und Prävention
-    Sensibilisierung für psychische Gesundheitsprobleme
-    Abbau von Ängsten und Vorurteilen
-    Reduktion von Stigma, Ausgrenzung und Diskriminierung  (vgl. 2)

Wünschenswert wäre es unserer Meinung nach, ein derartiges Projekt nicht nur an Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche durchzuführen, sondern ebenfalls mit älteren Menschen. Außerdem sind oft Menschen aus sozialen Berufen und dem Gesundheitswesen mit psychosozialen Belastungen konfrontiert, die nicht immer in einer Supervisionssitzung bearbeitet werden können. An dieser Stelle könnte das Projekt einen weiteren Fokus ihrer Arbeit setzen.
Interessant ist auch die Vernetzung im Ausland.


ES IST KEINE SCHANDE PSYCHISCHE PROBLEME ZU HABEN
JEDER MENSCH HAT SIE (HIN UND WIEDER) IN SEINEM LEBEN!
WICHTIG IST NUR, DASS MAN DARÜBER SPRICHT,
SICH NICHT IN SEIN SCHNECKENHAUS ZURÜCKZIEHT,
DASS MAN SICH AUSTAUSCHT UND
DASS DIE GESELLSCHAFT LERNT OFFENER MIT DEM THEMA UMZUGEHEN!


Quellen
(1) www.verrueckt-na-und.de/konzept.html
(2) Verrueckt-Na_und/Jahresbericht_2008-09_1.pdf (Link einfügen)
(3) www.verrueckt-na-und.de/338.html


Allgemeine (Kontakt)adressen
www.verrueckt-na-und.de
www.irrsinnig-menschlich.de/html/news.html

Bildnachweis: Paul Klee, Wohin, 1920

Gruppe: Marie-Louise Bideau, Anna-Lena Fuhr