Resilienz

Definition Resilienz:
Resilienz“ stammt aus dem Englischen (resilience) und kann mit Widerstandsfähigkeit (Elastizität oder Spannkraft) übersetzt werden. Der Begriff meint die Eigenschaft, mit belastenden Situationen umgehen zu können."  (vgl. Wustmann, 2004, S.18) .(Internet:http://www.resilienz-freiburg.de/de/resilienz/definition-und-merkmale.html, letzter Zugriff 19.12.2013)

Was ist eigentlich Resilienz? Zitat:“ Unverwundbar oder immun gegenüber dem Schicksal ist kein Mensch“, betont die  inzwischen verstorbene Schweizer Psychotherapeutin Rosmarie Welter-Enderlin.“Unter Resilienz wird vielmehr die Fähigkeit von Menschen verstanden, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen.“ (vgl. Christina Berndt S. 86)

Zitat:“…Widerstand zu leisten gegen die Zumutungen der Umwelt oder aus einer deprimierenden Situation wieder ins volle Leben zurückzukehren.“ (vgl. Christina Berndt S.10)

Ist Resilienz also ein Persönlichkeitsmerkmal?
Dies wird in der Wissenschaft nachwievor kontrovers diskutiert, wobei sich abzeichnet, dass der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Persönlichkeit wesentlich höher ist, als bis vor kurzem angenommen.

Zitat:“Im Vergleich zu früheren Ansätzen ist es heute erwiesen, dass Resilienz, kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal bezeichnet“, betont Corina Wustmann Seiler daher. “Die Wurzeln für die Entwicklung von Resilienz liegen in besonderen risikomildernden Faktoren, die sowohl in der Person als auch in ihrer Lebensumwelt lokalisiert sein können.“ (vergl.:Christina Berndt S. 74 Absatz 2) (Allerdings verweist die Autorin auch auf Fachleute, wie Karena Leppert, die Resilienz als Persönlichkeitsmerkmal betrachten.(vgl. Christina Berndt S.73))

Der Resilienz Ansatz entstammt dem Salutogenese Ansatz.

Es geht hierbei um Faktoren, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Hierbei interessieren vor allem die Fragestellungen:

Warum gibt es Menschen, die mit schweren Schicksalsschlägen scheinbar einfach umgehen können?
Es gibt Menschen, die kommen scheinbar mit allem klar. Sei es im beruflichen, wie z.B. der Verlust eines Arbeitsplatzes, privat z.B. die Trennung von einem Beziehungspartner, oder gesundheitlich z.B eine schwere Krankheit. Diese Menschen überwinden die Schicksalsschläge des Lebens scheinbar ohne Mühe und kommen vielleicht noch gestärkt aus den Situationen hervor, während andere solche Schicksalsschläge kaum verkraften können.

Hier kommt der Resilienz Ansatz ins Spiel. Es gibt anscheinend Menschen, deren Widerstandskraft gegen die belastenden Situationen des Lebens ausgeprägter ist, als bei anderen Menschen. Diese Menschen sind besonders resilient. Um zu erforschen, wie diese Resilienz entsteht muss man diese Menschen beobachten und herausfinden, welche Faktoren diese Menschen auszeichnen.

Welche Faktoren zeichnen einen resilienten Menschen aus?
Diese Faktoren bringt Frau Berndt in Form einer Tabelle (adaptiert nach Friedrich Lösel) auf den Punkt. Hierzu gibt sie Faktoren die zu einer Widerstandsfähigkeit beitragen ein + Zeichen und solchen die sie eher mindert ein – Zeichen. Dabei teilt sie die Faktoren in unterschiedliche Wirkungsbereiche auf. Diese sind: Temperament, kognitive Kompetenzen, Selbsterleben, Coping, Soziale Beziehungen und Erziehungsklima.(Vgl.: S.82-84)
Beim Temperament zählt Humor, Flexibilität, emotionale Ausgeglichenheit, Frusttoleranz, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Kraft, Optimismus und Interesse als Resilienz fördernde Faktoren und Impulsivität dagegen als mindernden Faktor.
Bei den kognitiven Kompetenzen sind gute Schulleistungen, spezielle Talente, realistische Planung/Zukunftsperspektive sowie Leistungsmotivation und Intelligenz als positive Faktoren genannt.
Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein sind fördernde Faktoren im Bereich des Selbsterleben wohingegen Hilflosigkeit als mindernd gilt.
Im Bereich des Coping führt eine aktive Problemlösung und die Fähigkeit sich zu distanzieren zu einem resilienteren Umgang mit Schwierigkeiten, wohingegen passiv-aggressive Reaktionen auf Problem, diese hemmen.
Bei den Sozialen Beziehungen nennt die Autorin Bezugsperson außerhalb der Kernfamilie, gute Beziehung zu den Erziehern, Unterstützende Geschwister, gute Beziehungen zur Schule, Erfahrung von Sinn und Struktur im Leben, Religiösität/Spiritualität, Zufriedenheit mit den erfahrenen Unterstützung sowie positives Sozialverhalten und eine hohe Sprachfertigkeit zu resilienzfördernden Faktoren.
Auch ein warmes, akzeptierendes Erziehungsklima unter Einbeziehung von Kontrolle und Normorientierung bei dosierter Anforderung und Verantwortung dient der zukünftigen Resilienz.

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